Ökumenische Projekte auf dem Weg zum Konsens

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Diese Bemühungen führten direkt zu einem ökumenischen Projekt, das 1980 von lutherischen und katholischen Theologen in Deutschland anlässlich des 450. Jahrestages der Übergabe des Augsburger Bekenntnisses begonnen wurde: dem Projekt einer katholischen Anerkennung des Augsburger Bekenntnisses. Von den umfangreichen Ergebnissen des späteren Projekts des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen »Lehrverurteilungen – kirchentrennend?«3 lassen sich Spuren auf jenes Vorhaben der katholischen Lutherforschung zurückführen.

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Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre4, 1999 von Vertretern des Lutherischen Weltbunds wie der Römisch-katholischen Kirche unterzeichnet, gründet in diesen Vorarbeiten sowie in der Arbeit des US-Dialogs Rechtfertigung durch den Glauben5. Sie bestätigt, dass zwischen Lutheranern und Katholiken ein Konsens in den grundlegenden Wahrheiten der Rechtfertigungslehre besteht.

3 K. Lehmann/W. Pannenberg (Hg.), Lehrverurteilungen – kirchentrennend? I: Rechtfertigung, Sakramente und Amt im Zeitalter der Reformation und heute, Freiburg/Göttingen 1986.

4 Lutherischer Weltbund/Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Gemeinsame offizielle Feststellung. Anhang (Annex) zur Gemeinsamen offiziellen Feststellung, Frankfurt/Paderborn 1999.

5 H. George Anderson/T. Austin Murphy/Joseph A. Burgess (Hg.), Justification by Faith. Lutherans and Catholics in Dialogue VII, Minneapolis, MN, 1985.