Wieso ein gemeinsamer Gottesdienst?

Bei der Vorstellung des Dokuments am 17. Juni 2013 in Genf: Kardinal Koch und Generalsekretär Martin Junge

2017 ist das erste Reformationsgedenken, das in ökumenischer Weite begangen wird. Dazu haben der Lutherische Weltbund (LWB) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen zum ersten Mal eine gemeinsame Liturgie („Common Prayer“; dt. gemeinsames Gebet) entwickelt, die auf dem 2013 erschienenen Dialogdokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ basiert. Der Gottesdienst versteht sich als Einladung an Lutheraner und Katholiken, zusammen auf die Licht- und Schattenseiten ihrer Geschichte und Gegenwart zu blicken und sich aufs Neue zum gemeinsamen Zeugnis für den christlichen Glauben zu verpflichten.

Der Aufbau des Gottesdienstes folgt dem Dreiklang Dank – Buße – Gemeinsames Zeugnis / Gemeinsame Verpflichtung und spiegelt so wider, wo Katholiken und Lutheraner auf ihrem Weg hin zur sichtbaren Einheit der Kirche stehen. Im ersten Teil blicken die Mitfeiernden aus beiden Kirchen dankbar auf die Gaben, die sie auf je verschiedene Weise durch die Erneuerung und die Impulse der Reformation erhalten oder wiederentdeckt haben. Der zweite Teil steht unter der Perspektive „Healing of memories“: er widmet sich den schmerzhaften Folgen der Ereignisse der Reformationszeit wie auch dem Verharren in Vorurteilen und Abgrenzungen in der Gegenwart und ruft dazu auf, Gott und einander um Vergebung zu bitten. Den Kern des dritten Teils bilden Verpflichtungen: zu gemeinsamen Formen des Christuszeugnisses und des Dienstes sowie zum Voranschreiten auf dem ökumenischen Weg.

 
Übrigens: Zum Auftakt des Gedenkjahres 2017 werden Papst Franziskus, der amtierende LWB-Präsident Bischof Munib Younan und LWB-Generalsekretär Martin Junge am 31. Oktober 2016 diesen Gottesdienst in Lund/Schweden, dem Gründungsort des LWB, feiern.