Veranstaltungen rund um einen ökumenischen Gottesdienst

Es gibt viele Möglichkeiten, im Zusammenhang mit der Feier des auf dieser Seite vorgestellten Gottesdienstes tiefer ins ökumenische Gespräch über die Reformation und das gemeinsame Reformationsgedenken zu kommen. Hier finden Sie einige Vorschläge:

Erzählcafé

Eine (ggf. zwei) vom Veranstalter eingeladene Person berichtet zunächst aus eigener Erfahrung über Sachverhalte, die für ihn/für sie im Blick auf Verletzungen/Versöhnung im ökumenischen Bereich bedeutsam sind, für die sich aber auch das Publikum interessiert. Emotionen sollen nicht verborgen werden. Die Verbindung von Gefühlen und Fakten machen die Attraktivität für den Erzählfluss und für das Publikum aus. Das Publikum hat zunächst die Rolle des Zuhörers, erhält in der Folge dann die Gelegenheit Rückfragen zu stellen und einzelne Aspekte mit dem Referenten (Erzählenden) gemeinsam ausführlicher zu erörtern.

Das Publikum hat eine wichtige Funktion: Es befördert das Erzählen durch Fragen und Hinweise, die dem Erzählenden auf Anhieb nicht eingefallen sind. Die Atmosphäre ist weniger formell als vertraut oder sogar familiär, weil es um Inhalte geht, die emotional tangieren. Das Gespräch wird moderiert.

Mögliche Themen können sein:

  • Flucht/Vertreibung im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs / Aufwachsen in einer konfessionellen Diasporasituation
  • Kindheit in einer konfessionell gemischten Region
  • Aufwachsen in einer konfessionsverschiedenen Familie

Anschließend wird der ökumenische Gottesdienst gefeiert. Idealerweise werden in den Fürbitten Aspekte des Erzählcafés eingebracht.


Podiumsgespräch

Zwei (hochrangige) Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche aus der jeweiligen Region führen ein Podiumsgespräch, in dem folgende Aspekte vorkommen können:

  • Was bedeutet mir Reformation?
  • Was schätze ich an der anderen Kirche?
  • Was ist mir bisher fremd geblieben?
  • Welche ökumenischen Entwicklungen der letzten Jahre sind mir besonders wertvoll?
  • Welche weiteren Entwicklungen wünsche ich mir für unsere Kirchen?

Das Gespräch wird nach 45 Minuten für das Plenum geöffnet. Anschließend wird der ökumenische Gottesdienst gefeiert, bei dem die Podiumsgesprächspartner eine tragende Rolle haben.


Gesprächsabends zum Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“

Setting: Moderator/-in; Experte/-in zu "Vom Konflikt zur Gemeinschaft"; Plenum (das Plenum kann in Tischgruppen arrangiert werden).

Möglicher Verlauf:

  1. Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und stellt den Experten/die Expertin vor.
  2. Die Moderation eröffnet die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Fragen ans Plenum: "Was verbinden Sie mit dem Wort "Reformation"? Was verbinden Sie mit der Person Martin Luthers?". Nach einer kurzen persönlichen Bedenkzeit kommt es zu einem kurzen Austausch mit dem Sitznachbarn/der Sitznachbarin.
  3. Die Moderation sammelt (mit dem Mikrophon) einige kurze Rückmeldungen aus dem Plenum ein.
  4. Die Expertin/Der Experte greift die unterschiedlichen Assoziationen zu "Reformation" und "Martin Luther" aus dem Plenum auf und leitet damit zu "Vom Konflikt zur Gemeinschaft" über, indem er/sie auf die unterschiedlichen Zugänge zur Reformation ("Vom Konflikt zur Gemeinschaft" Nr. 9.) verweist.
  5. Anschließend stellt die Expertin/der Experte in einem Vortrag folgende Aspekte des Textes "Vom Konflikt zur Gemeinschaft" vor:

    • Der Kontext des Reformationsgedenkens/Reformationsjubiläums 2017 (Kapitel I)
    • Die Kernaussagen des Dokuments (Der grundlegende Ansatz findet sich in Nr. 16: "Was in der Vergangenheit geschehen ist, kann nicht geändert werden. Was jedoch von der Vergangenheit erinnert wird und wie das geschieht, kann sich im Lauf der Zeit tatsächlich verändern.")
    • Konkretisierung an einem inhaltlichen Punkt (Kapitel IV, z.B. Rechtfertigung)
    • 2017 gemeinsam begehen? Der Dreiklang von Dank, Buße und Verpflichtung als Anregung für die Gemeinden

  6. Es schließt sich ein Gespräch im Plenum an, indem zunächst Rückfragen gestellt werden und anschließend über das Gehörte diskutiert wird.